Geschichte
Malta verfügt über eine sehr lange Geschichte, die mehr als 7000 Jahre zurück reicht. Die ersten Einwohner Maltas kamen von Sizilien nach Malta. Diese Einwohner waren hauptsächlich Jäger, Bauern und Fischer, da Malta in der damaligen Zeit noch bewaldet war und somit gute Bedingungen für derartige Beschäftigungen bat. Später in 5000 v. Chr. entstanden die ersten Gemeinschaften, in denen die Menschen in Höhlen lebten.
Der bemerkenswerteste Abschnitt in der Geschichte Maltas ist die Tempelperiode, die um 4000 v.Chr. begann. Man vermutet, dass die ersten Tempel um 3600 v. Chr. erbaut wurden. Ein Symbol dieser Zeit war die „Schlafende Frau“, eine sehr korpulente Abbildung einer Frau, die man in den Tempeln Maltas fand und die als Zeichen für Fruchtbarkeit stand. Die Ggantija Tempel, die während dieser Zeit erbaut wurden sollen sogar älter sein als die bekannten Stonehenge Tempel und zählen zum UNESCO Weltkulturerbe. Andere Tempel, die man auch heute noch besichtigen kann, sind unter anderem die Tarxien Tempel, Hagar Qim und das Hypogeum, welches weltweit die größte, unterirdische religiöse Stätte ist.
In der Bronzezeit waren die Malteser weniger künstlerisch und handwerklich begabt. Warum dieses so war ist noch immer ein Rätsel. Auch Bauwerke aus dieser Zeit sind viel anspruchsloser. Bemerkenswerte Überbleibsel aus dieser Zeit sind die Fahrgleise, die als Beförderungserleichterung für Baublöcke gedient haben könnten.
Als die Phönizier Malta in 1000 v. Chr. erreichten, nahmen sie die Inseln ein. Diese Menschen waren hauptsächlich Geschäftsleute, die Malta aufgrund ihrer ausgezeichneten Häfen und der strategischen Lage inmitten des Mittelmeers nutzten. Man nimmt an, das die Phönizier friedlich mit den maltesischen Einwohnern zusammen lebten.
In den darauf folgenden Jahren gab es unterschiedliche Kulturen, die ihren Einfluss auf die maltesische Kultur hinterließen. Zu den Kulturen zählen die Karthager, die Römer und die Byzantiner.
Die Arabische Herrschaft
870 n. Chr. eroberten die Araber Malta. Ihre Herrschaft dauerte 220 Jahre an und hatte einen großen Einfluss auf die maltesische Sprache, nachdem die Phönizier bereits einen semitischen Einfluss auf Malta hinterlassen hatten. Während der Arabischen Herrschaft wurden neue Früchte wie Orangen und Zitronen eingeführt. Auch Baumwolle und neue Bewässerungstechniken wurden von den Arabern eingeführt. Zudem fingen sie an Malta zu befestigen, reduzierten die größe Mdinas und gaben ihr ihren heutigen Namen.
In 1091 begann das Mittelalter mit der Übernahme der Insel durch die Normannen. Die zuvor versklavten Christen wurden befreit, sodass die Malteser wieder den Christentum praktizieren konnten. Unter der Herrschaft des Kreuzes hatte niemand mehr der Rassenverfolgung zu fürchten, da jeder friedlich nebeneinander lebte.
Ab 1425 litten die Malteser unter der Herrschaft von Don Gonsalvo Monroy, welcher sehr habgierig war und das Volk ausbeutete. 1428 brachte die Universita das Geld auf, um Malta frei zu kaufen. Unglücklicherweise marschierten 1429 die Moors nach Malta ein und versklavten die Malteser und plünderten sie aus. Bevor die Ritter auf Malta ankamen folgten noch weitere Überfälle auf Malta.
Der Johanniter-Orden
Der Johanniter-Orden kamen in 1530 nach Malta, nachdem Charles V diese den Rittern übergeben hatte. Während der Herrschaft des Johanniter-Orden wurde die italienische Sprache offiziell gemacht und es wurden mehrere Städte, Paläste, Kirchen, Gärten und Befestigungsanlagen errichtet. Einer der Haupteinflüsse war, dass die Hauptstadt erst von Mdina zu Birgu und dann in 1566 zu Valletta geändert wurde. Beide Städe wurden aufgrund ihrer ausgezeichneten Lage für einen Hafen, für die Flotte der Johanniter, erbaut. Im Mai 1565, als die Ottomans Malta attackierten, spielten die Johanniter eine wichtige Rolle bei der Verteidigung Maltas. Sie bauten Befestigungsanlagen um Malta (Fort St. Elmo), Birgu und Senglea. Nach monatelangen Kämpfen war Fort St. Elmo in Valletta stark beschädigt und lag in Trümmern, aber die Soldaten kämpften weiter bis die Türken sich schließlich zurückzogen.
Der Krieg endete am 8. September und ist bekannt als The Great Siege (Die Große Belagerung). Die Herrschaft des Johanniter-Ordens dauerte 275 Jahre an.
Nach der Großen Belagerung begannen die Johanniter Valletta zu einer Bastion umzubauen, um den Hafen vor weiteren Angriffen zu schützen. Die Stadt wurde nach dem Großmeister Jean Parisot de Vallette benannt. Da die Türken jedoch nie wieder angriffen, blieben die Befestigungsanlagen ungenutzt und sind heute eine der best erhaltensten Befestigunsanlagen dieser Zeit.
Französische Besetzung
Die Herrschaft des Johanniter-Ordens endete 1798. Die Flotte von Napoleon Bonaparte landete auf einer Expeditionfahrt nach Egypten auf dem maltesischen Archipel. Napoleon bat um einen sicheren Hafen, um seine Flotte mit frischem Trinkwasser aufzustocken. Dieses war ihm unter der Bedingung, dass nur jeweils 4 Kriegsschiffe gleichzeitig in den Hafen einfuhren, gestattet. Napoleon war auf diese Forderung vorbereitet, denn nachdem 4 Schiffe in den Hafen eingelaufen waren schloss sich Napoleon freiwillig ein 5. Schiff des Johanniter-Ordens an. Da es dem Johanniter-Orden untersagt war gegen andere Christen zu kämpfen gelang es Napoleon so, innerhalb kürzester Zeit, die meisten Siedlungen einzunehmen. Nach einer Weile kapitulierte der Großmeister Hompesch und es wurde ein Abkommen unterzeichnet, mit welchem die Herrschaft Maltas an die Französische Republik übergeben wurde. Obwohl Napoleon nur einige Tage verweilte, gelang es ihm zahlreiche Neuerungen einzuführen. Eine neue Verwaltung, eine öffentliche Finanzverwaltungsstelle und die Abschaffung von Sklaverei, sowie die Freilassung von allen Türkischen Sklaven waren einige dieser Neuerungen.
Zusätzlich wurde ein Familiencode gestaltet, ein öffentliches Bildungssystem organisiert und 15 Grundschulen gegründet. Als Napoleon sich auf die Weiterereise nach Ägypten begab, hinterließ er eine beachtliche Besatzung in Malta. Nach ein paar Monaten schlossen die Franzosen Klöster und beschlagnahmten Kirchenschätze. Es folgten große Aufstände der Malteser, sodass sich die Französische Besatzung unter General Claude-Henri Belgrand de Vaubois schließlich nach Valletta zurück zog. Als es den Maltesern nicht gelang Valletta zurück zu erobern baten sie die Briten um Hilfe, die ihnen eine vollständige Blockade empfahlen. In 1800 ergaben die Franzosen sich.
Kolonialzeit
In 1800 kam Malta unter Britische Herrschaft. Nach dem Vertrag Frieden von Amenies, sollte Malta von den Briten befreit werden, was jedoch nie geschah. Auch wenn die Briten Malta als nicht sehr wichtig erachteten, bekamen sie dennoch ein wichtiger Posten, aufgrund ihrer exzellenten Häfen und ihrer strategischen Lage, und wurden schließlich eine Flottenfestung für die Kommandostelle der Britischen Armee. Obwohl in 1849 ein teilweise ausgewählter Rat gebildet wurde, wurde die Selbstverwaltung bin 1921 abgelehnt. Weil die Insel überbevölkert und stark von den Ausgaben des Britischen Militärs abhängig war litten die Malteser beträchtlich an Armut. Es wurden einige Reformen von der Britischen Verwaltung gestaltet, denen sich jedoch die Katholische Kirche und die Maltesische Elite widersetzten, da sie an ihren feudalen Privilegien festhalten wollten. Hieraus resultierte die nationalistische Partei in Malta, deren Hauptaufgabe es unter anderem war, die italienische Sprache in Malta zu schützen.
In 1919 kam es zu Aufstände wegen der hohen Brotpreise. Diese Aufstände hätten zu einer größeren Selbständigkeit der Einheimischen geführt, aber Malta schaffte es ein Zweikammer-Parlament mit Senat und ausgewählter gesetzgebender Aufstellung zu errichten. Aufgrund des Aufeinanderprallens der katholischen Kirche und der konstitutionellen Partei gab es den Verdacht, dass freie und faire Wahlen nicht möglich seien. In 1934 begannen Grundschulen damit Italienisch zu unterrichten, da die Verfassung durch die Haushaltsabstimmung der Regierung widerrufen wurde.
Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg erfuhr Malta eine zweite große Belagerung durch Deutschland und Italien und in 1942 war Malta durch die Blockaden um die Insel vom Rest der Welt so gut wie isoliert. Noch im selben Jahr bekam Malta das Englische Georgskreuz für seine Tapferkeit verliehen. Schließlich, im Oktober, endete der Luftangriff und die Britische Regierung investierte 30 Millionen Pfund für die Beseitigung der entstandenen Schäden durch den Krieg.
Heute
Am 21. September 1964 wurde Malta durch ein Volksentscheid, in dem 82,6 % der Malteser sich für die Unabhängigkeit erklärten, unabhängig. Königin Elizabeth II blieb Staatsoberhaupt, den Truppen sicherte man 10 weitere Jahre auf der Maltesischen Insel zu und im Gegenzug unterschrieb Großbritannien Malta weiterhin mit Krediten zur Beseitigung der Kriegsschäden zu unterstützen.
Am 13.Dezember 1974 wurde Malta eine Republik, unter der Leitung von President Sir Anthony Mamo und ist dieses auch heute noch. In 2004 ist Malta der Europäischen Union beigetreten und damit der kleinste Mitgliedsstaat.
Heutzutage wird Malta nicht mehr von Soldaten belagert, sondern es kommen, als viel positivere Bilanz, jährlich rund 1,2 Millionen Touristen auf die Maltesischen Inseln, die hier die überwältigende Geschichte vor Ort erleben können.
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